Katrin S. Heldin des Alltags

Sondereinsatzkommando Katrin »Kümmerer«

Eine Heldin des Alltags ist ein Sondereinsatzkommando. Sie ist Ansprechpartnerin für kleinere und größere Wehwehchen. Sie motiviert und ermutigt die Menschen in ihrer Umgebung. Und sie bewegt sich auch mal aus der Schusslinie in den Hintergrund, um anderen das Feld zu überlassen. Das ist Katrin S.

Katrin ist Sachbearbeiterin für Business Administration bei einem führenden forschenden Gesundheitsunternehmen – und der gute Geist ihrer Abteilung. Weil sie sicher sein können, dass Katrin sich drum kümmert, wenn etwas ist, nennen ihre Kollegen sie auch „Frau Kümmerer“. „Ich selbst nenne es gern ‚betreutes Wohnen’ mit Rundum-Versorgung“, sagt sie. Dabei lacht sie.

Katrin lacht viel. Am liebsten über sich selbst. „Die eigene Ungeschicklichkeit birgt einfach am meisten Komik“, sagt sie. Zur Arbeit geht sie immer gern, auch in Zeiten, in denen es nicht viel zu lachen gibt.

Nach all den Jahren Büroalltag hat sie sämtliche Facetten dieser Arbeit mitbekommen. Auch die hässlichen. „Vor einigen Jahren war ich ein Opfer von Mobbing“, sagt sie. Daran wäre sie fast zerbrochen. „In der Zeit war ich eine ganze Weile lang mal keine Heldin, weil ich nicht für mich einstehen konnte.“ Aber sie bekam Rückendeckung – von ganz unerwarteter Stelle – und der Konflikt konnte geklärt werden. Rückblickend ist sie an dieser Erfahrung gewachsen. „Das würde mir so heute nicht noch einmal passieren“, sagt Katrin.

Veränderungen machen Bauchschmerzen

Sie ist für ihre Kollegen ein Fels in der Brandung, aber auch sie verändert sich. „Wenn man so wie ich einen Hang zum Perfektionismus hat, dann bleibt man nicht stehen“, sagt sie. Ein Mensch, der seine Arbeit optimieren will, verändert sich ständig und entwickelt sich weiter. Dabei ist es für Katrin nicht immer einfach, sich zu verändern. Veränderungen brauchen Mut und Kraft und sie können auch schon einmal Bauchschmerzen verursachen. „Ich bin ja ein Gewohnheitstier und kann lange mit etwas schwanger gehen“, sagt sie. „Irgendwann ist aber der Zeitpunkt da, an dem feststeht: Jetzt oder nie. Und dann lege ich einfach los.“

Als Kind wollte sie gerne Tierärztin werden. Oder Kosmonautin. Die erste Frau im All wäre sie gerne gewesen. Heute setzt sie sich andere Ziele. Katrin arbeitet ständig an sich, versucht, Ausgeglichenheit und Zufriedenheit in sich selbst zu finden. Dabei seien die Menschen um sie herum sehr wichtig, weil sie sich in ihnen täglich reflektiert. Menschen, die sie trifft, können für sie ein Spiegel sein: deren Reaktionen oder deren Verhalten zeigen Katrin die Wirkung, die sie auf ihre Umwelt hat. Das hilft ihr dabei, ihr Verhalten zu überprüfen. „Ich reflektiere mich einfach in Alltagssituationen“, sagt Katrin. „Im Grunde versuche ich, aus allem etwas zu lernen.“

Fehler sind ein Teil des Lebens

Wer lernt, macht Fehler. Sie sind ein wichtiger Teil des Lebens. Die eigenen Fehler genauso wie die der anderen. Katrin steht beiden inzwischen „wohl gesonnen und gütig“ gegenüber. Lediglich Fehler, die aus Nachlässigkeit oder Faulheit begangen werden, kann sie schwer verzeihen. „Ein Fehler ist eine Chance für jemanden, selbst auf eine Lösung zu kommen“, sagt sie. „Wer sich wie ich vorgenommen hat, sein Leben lang zu lernen, hat in diesem Prozess Fehler bereits mit eingerechnet.“

Illustration von Katrin S.
Katrin S. - Heldin des Alltags

Haben Sie eine Lieblingstasse im Büro?
Eigentlich schon, aber die ist immer unterwegs. In einem Großraumbüro stehen die Chancen schlecht, dass ich die mal erwische.

Was ist der rührendste Gegenstand, den Sie im Geldbeutel mit sich herumtragen?
Ein Wunschpüppchen aus Guatemala, handgemacht. Es ist inzwischen nur noch ein Faden. Aber ich kann mich einfach nicht davon trennen.

Was war die erste Arbeit, die Sie für Geld erledigt haben?
Kellnern.

Welchen Berufswunsch hatten Sie als Kind?
Tierärztin. Oder Kosmonautin.

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Hoffentlich dort, wo ich jetzt bin. In dieser Position bin ich für das, was ich mache, am nützlichsten.